Vorwort

Coop mit solidem Ergebnis

Die Corona-Pandemie prägte das Geschäftsjahr 2020 von Coop massgeblich und forderte das Unternehmen in allen Bereichen. In dieser schwierigen Zeit stand für uns immer im Vordergrund, die Mitarbeitenden sowie Kundinnen und Kunden zu schützen, die Versorgungs­sicherheit der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs zu gewährleisten und gleichzeitig die Stabilität der gesamten Coop-Gruppe sicherzustellen.

Trotz der zahlreichen Heraus­forderungen wie etwa der Schliessung aller Non-Food- und Gastronomie-Formate im Detailhandel sowie des Einbruchs der Nachfrage im Belieferungs­grosshandel der Transgourmet-Gruppe schaffte es Coop, mit einem Umsatz von 30.2 Milliarden Franken einen stabilen Gewinn von 539 Millionen Franken zu erzielen. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass sich unsere Strategie der Diversi­fizierung mit den zwei Sparten Detailhandel sowie Grosshandel/Produktion bewährt.

Im Detailhandel wuchs der Nettoerlös um 1.1 Milliarden auf 19.1 Milliarden Franken, was einem Anstieg von 6.3% entspricht.

Der Nettoerlös der Coop-Supermärkte übertraf mit 12.0 Milliarden Franken das Vorjahr um 14.3%. Sie erzielten damit ein hohes Wachstum und gewannen deutlich Markt­anteile. Diesen Erfolg verdanken wir insbesondere unserem überzeugenden Sortiment an nachhaltigen Produkten sowie unserem dichten Verkaufs­stellen­netz mit schweizweit 944 Läden. Wir sind so ganz nah bei unseren Kundinnen und Kunden. Zudem zeigt sich, dass sich unsere Investition in die Umsetzung des neuen, attraktiven Ladenbau­konzepts weiter auszahlt. Auch unser attraktives und komplettes Sortiment an Tiefpreis­produkten hat unsere Kundinnen und Kunden überzeugt. Im Jahr 2020 haben wir bei weiteren 1 000 Artikeln Preis­reduktionen vorgenommen. Weitere Gründe für das positive Resultat waren der temporäre Wegfall des Einkaufs im Ausland und die erhöhte Nachfrage nach Lebens­mitteln aufgrund der Schliessung der Restaurants.

Für die Fachformate bedeutete der Lockdown, dass zeitweise über 1 000 Non-Food-Verkaufsstellen geschlossen werden mussten und mehr als 13 000 Mitarbeitende plötzlich nicht mehr ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen konnten. Beachtlich ist, dass sich die Fachformate nach dem Lockdown rasch erholt haben und ihre Umsatz­ausfälle grösstenteils kompensieren konnten. Sie erreichten einen Nettoerlös von 7.2 Milliarden Franken. Der Bereich Heim­elektronik steigerte den Umsatz um 41 Millionen auf 2.1 Milliarden Franken und festigte damit seine Leader­position. Besonders erfreulich entwickelten sich Coop Bau+Hobby, Livique/Lumimart sowie Betty Bossi mit je einem Umsatz­wachstum von über 10%.

Auf Wachstums­kurs war im Jahr 2020 auch der Online-Umsatz im Detailhandel, und dies nicht nur während der Zeit des Lockdown. Ein Highlight für uns ist die neu ausgerichtete Omni-Channel-Plattform Coop.ch, die ihren Umsatz um 45.5% auf 232 Millionen Franken steigerte und Markt­anteile gewann. Der Online-Umsatz der gesamten Coop-Gruppe betrug 2.6 Milliarden Franken.

Der Nettoerlös des Geschäftsbereichs Grosshandel/Produktion belief sich auf 12.6 Milliarden Franken, was währungs­bereinigt einem Index von 92.1% entspricht.

Ausserordentlich stark von der Pandemie war der Grosshandel – die Transgourmet-Gruppe – betroffen. Mit der Schliessung der Hotels, Restaurants und Kantinen sowie der Absage von Events mussten gewisse Länder­gesell­schaften insbesondere im Belieferungs­grosshandel markante Umsatz­einbussen verkraften. Auf der anderen Seite hat sich der Abhol­grosshandel als stabiles Fundament erwiesen. Die Transgourmet-Strategie der Verbindung von Belieferungs- und Abhol­grosshandel ging somit auch während der Corona-Krise auf. Die Transgourmet-Gruppe erwirt­schaftete einen Nettoerlös von 8.1 Milliarden Franken.

Auch die Produktions­betriebe leisteten während des Lockdown einen ausser­ordentlichen Effort: Diverse Betriebe bauten ihre Produktions­kapazitäten stark aus und leisteten viele Sonder­schichten. Sie trugen damit dazu bei, die Versorgungs­sicherheit in der Schweiz jederzeit zu gewähr­leisten. Der Nettoerlös der Produktions­betriebe wuchs in Landes­währungen um 44 Millionen und beträgt 4.9 Milliarden Franken.

Mit nachhaltigen Produkten erreichte die gesamte Coop-Gruppe 2020 einen Rekord­umsatz von 5.4 Milliarden Franken, was einer Steigerung um rund 738 Millionen Franken entspricht. Damit bleibt Coop in der Schweiz die Nummer 1 im Bereich Nachhaltig­keit. Der Umsatz mit Bio-Produkten wuchs mit 210 Millionen Franken erneut stark an und erreichte über 2 Milliarden Franken.

Ganz speziell gefreut haben uns das Vertrauen und die Treue der Kundinnen und Kunden sowie das enorme Engagement unserer Mitarbeitenden. Die insgesamt 90 825 Mitarbeitenden, über 1 300 mehr als im letzten Jahr, haben selbst in hektischen Zeiten grosse Solidarität über alle Unternehmens­bereiche hinweg bewiesen. Auch an dieser Stelle: Herzlichen Dank!

Rückblickend können wir sagen: Coop hat das schwierige Corona-Jahr gut gemeistert und verfügt dank einem starken Geld­fluss und einer soliden Eigenkapital­basis über ein gutes Fundament für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung.

 

Hansueli Loosli
Präsident des Verwaltungsrates
Joos Sutter
Vorsitzender der Geschäftsleitung